Diplopoda (Taussendfüsser)

Tausendfüsser gehören zu einer Gruppe von Wirbellosen, welche dadurch charakterisiert sind, dass sie 2 Paar Beine pro Körpersegment haben. Die meisten Arten haben lange, zylindrische oder flache Körper mit mehr als 20 Segmenten. Auch wenn ihr Name anderes vermuten lässt, gibt es keine Art welche tatsächlich Tausend Beine hat. Den Rekord hält die Art Illacme plenipes mit bis zu 750 Beinen. Der Wissenschaft sind derzeit ca. 12,000 Arten bekannt. Es ist wichtig, aber auch hier werden noch viele neue Arten beschrieben werden.

Tausendfüsser spielen eine wichtige Rolle in der Natur, sie sind Saprobionten, d.h. sie ernähren sich von sich zersetzendem Pflanzenmaterial, Pilzen, verrottendem Holz und andere Dingen die sie auf dem Waldboden finden. Sie zerkleinern die Blätter, werden als Pellets wieder abgegeben. Dies hilft Mikroorganismen die Blätter weiter zu kompostieren. Damit führen sie Nährstoffe wieder den Pflanzen zu.

Tausendfüsser leben auf allen Kontinenten, ausser der Antarktis. Normalerweise bevorzugen sie Wälder, kommen aber auch in allen anderen Habitaten, sogar in Wüsten, vor. In Europa leben Tausendfüsser vor allem im Wald, mit Individuendichten von bis zu 1000 Exemplaren pro Quadratmeter. Dies macht sie zu einer der wichtigsten Gruppen der Blatthumuszersetzer. Gerade in tropischen Regenwäldern, wo es weniger Regenwürmer gibt, wird vermutet, dass Tausendfüsser fast alle gefallenen Blätter zersetzen.

Tausendfüsser, sind im Gegensatz zu ihren entfernten Verwandten Hundertfüssern, für uns Menschen harmlos. Sie bewegen sich nur langsam, und verteidigen sich gegen Angreifer indem sie verschiedene, stark riechende und eklig schmeckende Chemikalien aus speziellen Poren absondern. Bei den meisten Arten sind diese Chemikalien harmlos und verfärben lediglich die Haut etwas. Es gibt sogar einige Arten in Kalifornien, welche biolumineszent sind, d.h. sie leuchten im Dunkeln.

Tausendfüsser gehören zu den ältesten Landlebewesen; das älteste bekannte Fossil ist über 428 Millionen Jahre alt. Einige prähistorische Arten erreichten Längen von über 2 Metern. Die grösste noch heute vorkommende Art wird bis zu 30cm gross; es sind Archispirostreptus gigas, welche wir auch hier ausstellen. Sie stammt aus den tropischen Regionen Afrikas. Die meisten Tausendfüsserarten lassen sich in menschlicher Obhut nachzüchten. Auch die hier im Tropenhaus gehaltenen Arten haben wir in Zuchtgruppen angesetzt, mit dem Ziel sie weiterzuvermehren. Wir wollen sie als Helfer nutzen, indem sie uns helfen Pflanzenmaterial zu kompostieren und den Humus dann für unsere Pflanzen als Dünger zu verwenden. Deswegen leben in den meisten unserer Ausstellungsvolieren sowohl Tausendfüsser als auch Asseln, sozusagen als Boden-Cleanup-Crew.

Tausendfüsser sind auch gute Tiere um Kindern Wirbellose näherzubringen, sie sind anspruchslose Haustiere, mit wenigen Bedürfnissen und auch für kleine Apartments gut geeignet.

 

 

 

 

 

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